Elbmöwen von Ivonne Hübner

Verlagsinfo, Klappentext

„Aus der Zeit der biedermeierlichen Allesliebe

Dresden, 1840. Der Damastwebergeselle Balthasar gelangt in die turbulente Residenzstadt Dresden, um an der Kunstakademie die Mustermalerlizenz zu erwerben. Ihn spült es anstatt ins Studentenquartier in ein Freudenhaus, wo er sich sein Zimmer verdient. Dem ­Eigenbrötler werden von Professoren und Mitstudierenden Steine in den Weg gelegt. Doch ein ominöser Unbekannter hilft ihm durch drei Jahre strengen Reglements. Während Balthasar sich in den Luftikus Nikolaus und danach in dessen Schwester Antonia verliebt, ahnt er nicht, dass er deren biedermeierliche Ordnung völlig durcheinanderbringt. Ausgerechnet im Puff, unter majestätischem Zwielicht, werden die größten Ideen geboren …
Eine grandios verquickte Dreiecksgeschichte über die Beengtheit des Biedermeiers und die Sehnsucht, ihr zu entkommen.“

Seiten: 400

ISBN 978-3-96311-055-9

mitteldeutscher verlag

Elbmöwen von Ivonne Hübner, Cover mit freundlicher Genehmigung von mitteldeutscher verlag

Elbmöwen von Ivonne Hübner, Cover mit freundlicher Genehmigung von mitteldeutscher verlag

Juhu, endlich habe ich mal wieder was historisches gelesen 🙂

Ist nicht mein erstes Buch von Ivonne Hübner, daher hoffte ich bereits im Vorfeld auf wunderbare Lesestunden. Was soll ich Euch sagen? Ich wurde nicht enttäuscht!!!

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Sprache leicht „alt“ aber doch leichtgängig und gut zu lesen, wenn man die ersten Seiten geschafft hat.

Was mir bei der Autorin immer wieder aufs Neue gut gefällt ist das sensible und liebevolle beschreiben ihrer Figuren. Sie geht so gut auf ihre Protagonisten ein, dass es eine wahre Freude ist sie im Laufe des Buches immer besser kennen zu lernen 🙂 Aber nicht nur die Protagonisten sind toll beschrieben, auch Dresden war mir ganz Nahe.  Ich durfte bereits einige Stunden in dieser wunderschönen Stadt verbringen.

Die Geschichte spielt 1840 und ich habe das Gefühl, dass sich die Autorin wirklich gut mit der damaligen Zeit beschäftigt hat. Wir dürfen den Damastwebergesellen Balthasar begleiten. Er benötigt eine Mustermalerlizenz und möchte diese in drei Jahren auf der Kunstakademie erreichen. Leider geht gleich am Anfang einiges schief und er muss sich seinen Platz mühsam erkämpfen. Es ist sehr interessant mit zu erleben wie Balthasar sich seinen Weg erkämpft.

Sehr gut wurde auch das Leben von Antonia beschrieben, als Tochter des Dekans ist sie eine gebildete junge Frau, aber leider ist ihr Lebensweg zu der damaligen Zeit eher eine Verheiratung in jungen Jahren. Ihrem  Bruder Nikolaus ist es vergönnt die Akademie zu besuchen, aber sein Interesse daran lässt eher zu wünschen übrig. Sein Vater hofft das Balthasar seinen Sohn mitreissen kann, aber ob dies so gelingen kann?

Und genau in der Verbindung der beiden Männer hat Ivonne Hübner hier etwas ganz besonderes inszeniert. Sensibel und doch sehr stimmig lässt sie die Luft zwischen den beiden anfänglich mächtig vibrieren. Es hat mir unglaublich gut gefallen wie sie eine Geschichte in der Geschichte aufbaut.

Ich möchte diesen Roman wirklich empfehlen. Ich selber mochte das Buch kaum aus der Hand legen.

Ich würde mir wünschen, dass  die Autorin noch viele weitere Ideen für Bücher verwirklichen dürfte!