Passagier 23 von Sebastian Fitzek

Passagier 23

Sebastian Fitzek

 

Verlagsinfo, Klappentext

„Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt …

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm …“

432 Seiten

ISBN: 978-3-426-19919-0

Passagier 23 von Sebastian Fitzek, Cover mit freundlicher Genehmigung von Droemer

Passagier 23 von Sebastian Fitzek, Cover mit freundlicher Genehmigung von Droemer

 

Zuerst möchte ich mich über das Buch an sich auslassen 😉 Ich war sehr beeindruckt als ich das Buch dann in den eigenen Händen hielt. Wenn man so auf das Cover schaut sieht man eigentlich eine Schiffswand mit einem Bullauge. Keine 1A Kabine sondern vielleicht eher ein „Werkraum“ man sieht die blanke Schiffshaut. Wenn man dann wie ich es eigentlich immer tue, den Schutzumschlag entfernt sehen wir dass sich die stürmische See, die wir durch das Bullauge sehen, über das ganze Buch zieht. Richtig schön! Insgesamt wirkt das Buch schon beim ersten Anblick düster und aufgewühlt.

Aber nun endlich zum Leseeindruck.

Ich bin tatsächlich ein wenig ängstlich an die Sache rangegangen, aber nicht weil mich das Thema an sich ängstigt…ich hatte einfach bedenken, dass mir die Geschichte nicht gefällt. „Noah“ hat mir so lala gefallen aber „Der Nachtwandler“ ging so gar nicht und ich hab damals bestimmt einige Buhrufe für meine 2 Sterne Rezi eingefangen 😉

Hier ging es für mich doch wieder stark bergauf. Der Schreibstil von Sebastian Fitzek ist eigentlich immer flüssig und leichtgängig, ich finde dass macht den hohen Unterhaltungswert auch aus. Vermisste Passagiere…mir war nicht klar dass es wirklich immer wieder zu „Abgängen“ bei Kreuzfahrten kommt. Doch wenn man mal näher darüber nachdenkt ist es vielleicht gar nicht so unplausibel. Ich habe mich nun aber nach der Lektüre des Buches nicht daran gemacht hier selber zu recherchieren…

Die Geschichte beginnt sehr spannend und die Protagonisten sind schon alle irgendwie sehr speziell 😉 Besonders Martin Schwartz ist schon sehr speziell. Der Einzelkämpfer dem sein Leben eigentlich egal ist, der sich in  jede noch so üble Situation bringt seit er von einigen Jahren seine Frau und seinen Sohn verloren hat. Beide kamen nie von einer Kreuzfahrt mit der Sultan zurück. Dann haben wir die schrullige Gerlinde Dobkowitz, die sich als Dauergast auf der Sultan eingebucht hat. Sie will ein Buch schreiben und hat doch die eine oder andere abstruse Idee, aber durch ihre „Recherche“ stößt sie auf viele Ungereimtheiten die sich auf der Sultan abspielen. Weiterer Figuren die der Autor ins Rennen schickt sind auch nicht ohne. Im ersten Moment denkt man sich als Leser wie das alles zusammengehören kann und doch gelingt es Sebastian alles miteinander zu verbinden. Ich will nun auch gar nicht weiter über den Inhalt schwadronieren, macht Euch ein eigenes Bild vom Buch.

Meine Erwartungen wurde erfüllt. Ich habe ein Buch erwartet welches mich fesselt, welches leicht und mit einfachen Worten daherkommt. Es sollte unterhalten und das hat es. Ich habe hier aber auch hochtrabendes Werk erwartet, keine literarischen Höhenflüge.

Einen Minuspunkt bekommt das Ende. Viele finden es vielleicht einen genialen Geniestreich, ich aber frage mich ob es so in dieser Art und Weise nötig war. Und doch ziehe ich meinen Hut 😉 Mit dieser Art und Weise das Ende aufzubauen polarisiert der Autor in hohem Maße. Es gefällt oder eben nicht 😉 Meins ist es nicht …

Aber auch wenn ich persönlich Kritik an der Art und Weise des Endes finde, so trübt dieser „kleine“ Missstand mein Lesevergnügen nicht wirklich nachhaltig 😉