Die Elefanten meines Bruders von Helmut Pöll

 

Die Elefanten meines Bruders

Helmut Pöll

 

Auszug, Klappentext, Autoreninfo

“Billy Hoffmann ist zehn und findet es doof, dass zwischen seinem Vor- und Nachnamen kein „Tiee“ steht wie bei einem Amerikaner. „Tiee“ stünde für Trevor oder Timothy, was ziemlich cool wäre.

Sein größter Wunsch ist es, mit seinem großen Bruder Phillipp in den Zirkus zu den Elefanten zu gehen. Das kann er aber nicht, weil der Bruder am Vorabend der Vorstellung überfahren wird.

Mit seinen zehn Jahren leidet er an ADHS.
Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom. „Das habe ich aber gar nicht“, sagt er. „Ich habe nur viel Energie“. Deshalb rennt er auch zwanzigmal um die Säule vor der Tiefgarageneinfahrt, bis seine Mutter das Auto geholt hat – und muß zwanzigmal in anderer Richtung zurückrennen, bevor er einsteigen kann.

Die Welt der Erwachsenen erlebt er als willkürlich und zutiefst verstörend. Auf keinen Fall erstrebenswert.”

Lago Verlag

cover

Meine Buchgefühl

Wir haben es hier mit einem sehr ergreifenden Buch zu tun. Ich kenne das Krankheitsbild ADHS durch eine Arbeitskollegin. Deren Tochter ist betroffen und man bekommt am Rande doch das eine oder andere mit. Ich denke Helmut Pöll hat das Erscheinungsbild dieser Krankheit doch sehr gut eingefangen.

Es ist aber definitiv nicht so, dass dieses Buch nur etwas für Betroffene ist, oder das es keinen Unterhaltungswert hat. Nein dieses Buch ist einfach sehr lesenswert. Ich habe mich Billy sehr nahe gefühlt und konnte viele seiner Aktionen irgendwie nachvollziehen. Auch die Reaktionen der Eltern kann man durchaus verstehen. Oft konnte ich beim Lesen wirklich schmunzeln…die Logik die Billy und seine Freundin Mona an den Tag legen, ist teilweise nicht zu unterschätzen.

Ich denke dieses Buch geht sehr tief, obwohl es eine spielerische Leichtigkeit an den Tag legt.

Der Autor hat mich durch die ganze Bandbreite der Gefühle gelotst. In den ersten Seiten war ich oft einfach genervt von Billy, man kann schlecht oder schwer mit dieser Krankheit umgehen. Ich bewundere alle Eltern und Kinder die es schaffen eine Linie für sich zu finden. Dann kamen die Momente im Buch, in denen ich einfach nur traurig wurde. Situationen die Billy nicht versteht, die den “Kurzschluss” bei ihm auslösen…man möchte ihm helfen, ihn einfach nur beschützen. Aber am schönsten waren die Momente in denen Billy zum Beispiel mit Mona die “normale” Welt aushebelt. In denen gezeigt wird, dass es deutlich mehr zu erleben gibt, wenn man sich nur darauf einlässt.

 

Süßes von Waldbäumen und Wildsträuchern

Süßes von Waldbäumen und Wildsträuchern

Gisela Tubes

Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich zur ersten Buchmesse Rheinland-Pfalz im Mai diesen Jahres in Mainz. Dort stellte die Autorin ihr Werk dem interessierten Publikum vor und bot auch kleine Kostproben der darin beschriebenen Köstlichkeiten an.

Auf fast 200 Seiten stellt die Autorin 155 Rezepte vor. Die Zutaten, von Brombeere und Buche über Fichte und Holunder, bis zur Schlehe und Weißdorn, wachsen alle in unserer heimatlichen Natur.

Suesses_von_Waldbaeumen

Bevor sich der Leser jedoch den Rezepten widmen kann, wird er von der Autorin erst einmal auf einige wichtige Dinge hingewiesen. So gibt es zuerst einmal eine kurze Einführung über das richtige Sammeln und Verwerten von den Blättern, Blüten und Früchten und der wichtige Hinweis auf eventuell benötigte Pflanzenbestimmungsbücher, da Pflanzenkenntnisse vorausgesetzt werden.

In alphabetischer Reihenfolge werden Rezepte aus 22 heimischen Gehölzarten vorgestellt. Die Seiten mit den einzelnen Rezepten sind mit vielen Fotografien aufgewertet, die Seiten selbst sind farblich an das jeweilige Rezept angepasst. Abschließend gibt es ein Register der Rezepte nach Pflanzenarten und ein Register der Rezepte nach der Art der Getränke und Speisen sowie ein Kalender der Sammelzeiten.

Das ganze Buch ist qualitativ hochwertig verarbeitet und das Hardcover mit Fadenhefung versprechen eine hohe Haltbarkeit.

Erschienen ist dieses Buch bei Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim,   ISBN 978-3-494-01592-7

S.MO Verlag Verlagsvorstellung

S.MO Verlag

Verlagsvorstellung

 

Heute möchte ich euch gerne einen guten Verlag aus Rheinland-Pfalz vorstellen.

Der Verlag ansässig der Burg Ramstein bietet Kinder und Jugendliteratur, Literatur und Unterhaltung und viel „Regionalia“.

Mich persönlich begeistern immer wieder die liebevoll geschriebenen Kinder und Jugendbücher, die oft einen historischen Hintergrund haben.

Aber meine Favoriten sind die Krimis, die im Stephan Moll Verlag erscheinen 🙂

Wer sich gerne selber mal bei Stephan umsehen möchte …

http://www.verlag-smo.de/index.php

Es wird Dich rufen

Es wird Dich rufen (mehr als ein Hörbuch)

von Simon Cross

Am Anfang hielt ich das Hörbuch für einen, sagen wir Dan Brown Abklatsch, aber weit gefehlt. Der Anfang bietet nur einen kurzen Einstieg in die Geschichte, welche der junge Journalist Mike Dornberg erleben wird. Ohne näher auf den Inhalt einzugehen möchte ich nur sagen, es geht um den Kampf zwischen Gut und Böse und die uralte Suche nach dem heiligen Gral.

Es_wird_Dich_rufenDer ohnehin fesselnde Inhalt des Buches wird durch die Umsetzung als Hörbuch deutlich verstärkt, wobei es kein herkömmliches Hörbuch mit nur einem Vorleser ist, nein, manche Passagen werden von verschiedenen Stimmen gesprochen. Besonders faszinierend war für mich das Hörerlebnis, dass einige Dialoge mitten im Satz von dem Erzähler weiter gesprochen wurden oder umgekehrt.
Ich kann jedem dieses Hörbuch nur empfehlen der eine gute Geschichte um den Gral schätzt, zumal einiges sehr glaubwürdig erscheint.

Erschienen ist das auf 8 CDs gebannte Hörbuch beim Verlag bluescreen-entertainment.com.

Erzähler: Helmut Winkelmann, Jean: Michael Mendl, Mike: Erik Borner, Feline: Nora Jokhosha, Michelle: Jutta Popp, Bedienung/Sekretärin: Romy Agel

 

Verlagsvorstellungen

Ich finde, es gibt so viele tolle Verlage die man manchmal gar nicht kennt 😉 Klar die Großen sehen wir alle jeden Tag in unserer Buchhandlung des Vertrauens. Meist liegen dort Stapelweise Bücher vom einen oder anderen zum Kauf bereit 😉

Aber es gibt so unendlich viele kleine und doch tolle Verlage die zum Teil nur in ihrer eigene Region bekannt sind. Diesen Umstand finde ich eigentlich sehr schade. Ich habe mir vorgenommen den einen oder anderen Verlag hier auf meiner Seite in einem kurzen Portrait vorzustellen.

Ich bekomme von den Verlagen dafür kein Geld!!!

Die Reihenfolge meiner Vorstellungen hat nichts mit einer Bewertung zu tun!!!

„Die Wanderhure“ als Theaterstück?

Vor einigen Wochen weilte das Ehepaar Lorenz anlässlich der Premiere  zum Theaterstück von „Der Wanderhure“  in Bad Hersfeld.

Da wir im Vorfeld mit Iny und Elmar einen Termin vereinbart hatten, trafen wir uns dann am 17. Juni in unserem Lieblingscafé, im Café Landlust in Bad Hersfeld. Es gab viel zu erzählen und zu lachen und der Nachmittag war dann auch viel zu schnell vorbei. Allerdings ging der Tag nicht rum ohne dass wir die beiden mit vielen Fragen löchern durften. Bereitwillig gaben sie uns Auskunft und so erfuhren wir zum Beispiel wie die beiden für eine neue Geschichte recherchieren. 

Es war wirklich sehr schön die beiden mal so ganz exklusiv zu treffen und ohne Stress und Hektik einer Buchmesse Zeit in Ruhe miteinander zu verbringen. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an Iny und Elmar.

Iny & Elmar mit MoniAm 20.Juni fand noch eine Signierstunde in der örtlichen Buchhandlung statt. Anfangs noch zögernd, kam im Laufe der Signierstunde doch der eine oder andere noch ins Gespräch mit den beiden, welche die Fragen gerne beantworteten.

Signierstunde Bad Hersfeld

Das Theaterstück „Die Wanderhure“ kam bei den Besuchern sehr gut an. Auch wir durften uns am 29.07. dann endlich ein eigenes Bild davon machen. Leider hat es an diesem Abend ziemlich viel geregnet, aber unsere Stiftsruine ist mit einem Zeltdach ausgestattet welches die Zuschauer vor dem Regen schützt.

Die Schauspieler haben dieses Privileg leider nicht. Das schlechte Wetter hat die aber Dramatik des Stückes noch  hervorgehoben.

Leider dürfen wir keine Bilder von der Aufführung zeigen.

Ich für meinen Teil bin absolut begeistert von der Umsetzung als Bühnenstück. Im Vorfeld habe ich mir nicht wirklich vorstellen können, wie man diese komplexe Geschichte auf einer Bühne präsentieren kann, ohne das die Story darunter leidet, aber ich bin der Meinung, das diese Inszenierung mehr als gelungen ist.

Es wäre sehr schön wenn „Die Wanderhure“ auch im nächsten Jahr in der Stiftsruine bei den Bad Hersfelder Festspielen zu sehen wäre.

Der ganz normale Bahnsinn von Miguel Fernandez

Der ganz normale Bahnsinn

Miguel Fernandez

 

Verlagsinfo, Klappentext

„Fahrkartenautomaten, Klimaanlagen und brechend volle Zugwaggons … Der ganz normale Bahnsinn ist ein Survival-Training für alle Beteiligten. Mit viel Humor zeichnet Vielfahrer Miguel Fernandez wohlbekannte Bahnsituationen und zeigt: Letztendlich sitzen wir doch alle in derselben Bahn!“

48  Seiten

ISBN: 978-3-8303-3368-5

Lappan

Der ganz normale Bahnsinn von Miguel Fernandez, Cover mit freundlicher Genehmigung von Lappan

Der ganz normale Bahnsinn von Miguel Fernandez, Cover mit freundlicher Genehmigung von Lappan

Yes

Noch befinden sich die meisten Bundesländer ja  in den Ferien. Der eine oder andere wird ihn daher kennengelernt haben „Den ganz normalen Bahnsinn“.

Ich liebe dieses kleine feine Büchlein 😉 Viele der aufgezeigten Situationen sind mir nicht ganz fremd. Das eine oder andere kann jedem schon mal passieren…

Herrlich überspitzt und doch wunderbar treffsicher sind hier auf 48 Seiten jede Menge tragische, witzige und irrsinnig komische Momente im Bahnleben dokumentiert.

Die Zeichnungen sind einfach genial und unterstützen den Text in den Sprechblasen ganz gelungen.

Dieses Buch ist ein tolles Geschenk für Bahnbedienstete 😉 und in meinen Augen ein guter Reisebegleiter für jede Bahnfahrt.

Auch der Leid geplagte Pendler, der für den Job jeden Tag zweimal in einen Zug steigt, hat bestimmt seine Freude an dem Büchlein.

In Vorfreude auf das neue Buch von Elke Pistor

Im August 2014 erscheint das neue Buch von Elke Pistor im Ulstern Verlag. Der Titel lautet „Vergessen“ . Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Buch. Um uns die Wartezeit zu verkürzen möchte ich euch heute gerne die Autorin mit ihrem Autorenportrait vorstellen.

Autorenportrait

Elke Pistor

Dieses Autorenportrait wurde von Elke Pistor zur Verfügung gestellt.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Elke Pistor.

Foto2-ElkePistor

Portrait: Elke Pistor
„Erschießen ist mir zu unpraktisch …“

Das wandhohe Bücherregal biegt sich unter dem gesammelten Kriminal- und Psychologiewissen. Mittendrin lauert eine handgroße Spielzeugvogelspinne auf Opfer. Eine antike Schreibmaschine versprüht einen bodenständigen Charme. Gelbe Notizzettel pflastern vereinzelt die Schreibtischablage – immer bereit, akute Geistesblitze festzuhalten. Es herrscht eine energiegeladene Atmosphäre. Fast so, als hätte jemand seine geballte Kreativität in diesem Zimmer ausgekippt und neu sortiert. Irgendwie stimmt das sogar. Denn dies ist das Arbeitszimmer, in dem die Krimiautorin Elke Pistor (47) ihre Gedanken zu neuen Geschichten reifen lässt. Ihr wichtigstes Instrument: eine graue Moderations-Pinnwand, an der sie ihren Plot mittels farbiger Notizen strukturiert. Wer hier auf Spurensuche geht, entdeckt u.a. Handbücher zum Thema Demenz und eine unechte ausgestopfte Eule, die über ihren Schreibtisch wacht – alles kleine Hinweise auf die Handlung von „Vergessen“, ihren neuen Kriminalroman, der im August 2014 im Ullsteinverlag erscheint.

Von Schweden zum Krimi

Wenn Elke Pistor an ihrem Kölner Schreibtisch sitzt und Fachbücher für den nächsten Fall ihrer Gemünder Kommissarin Ina Weinz wälzt, reist sie in Gedanken oft in ihre Heimat, die Eifel. Wie ihre erste Figur wird sie in Gemünd geboren und verbringt ihre gesamte Jugend dort. In ihren Ina Weinz-Krimis setzt sie dieser Zeit ein Denkmal. Dabei ist anfangs gar nicht sicher, ob sie überhaupt zum Schreiben finden wird. Ihre Eltern wünschten sich für sie eine Zukunft als Finanzbeamtin. Sie selbst will Schauspielerin oder Anwältin werden, studiert schließlich Pädagogik und Betriebspsychologie. Trotzdem hört sie nicht auf zu experimentieren, versucht sich auch als Malerin: „Ich war immer auf der Suche nach einer künstlerischen Ausdrucksform, die mir liegt“, erinnert sich die 47-jährige mit der markanten roten Brille. Ein erstes Mosaikteil entdeckt sie 2007, an ihrem 40. Geburtstag. Sie möchte nach der beruflichen Pause, die sie für ihre beiden Kinder eingelegt hat, etwas Neues anfangen. Vielleicht Schwedisch lernen, die Muttersprache ihres Mannes. Doch der Kurs der VHS liegt am anderen Ende der Stadt. So entscheidet sie sich lieber für das Seminar „Kreatives Schreiben“ in der Nähe. Eine gute Wahl. Das Schreiben gefällt ihr, das Feedback der Teilnehmer ist positiv – Elke Pistor leckt Blut.

Buchpremiere auf der Criminale

Von Haus aus ein wahrer „Fortbildungsjunkie“, investiert sie all ihre Energie in ihre neue Passion, schreibt sich erst an der VHS, später an der Bundesakademie in Wolfenbüttel ein. Das Ziel: möglichst viel Schreibhandwerk und -erfahrung sammeln. Über ein Internetforum tauscht sie sich mit anderen über ihre Texte aus, lernt, Kritik an ihren Geschichten nicht auf ihre Person zu beziehen – eine wichtige Lektion, wie sie selbst sagt. Am Ende zahlt sich ihre Arbeit aus. Auf Anregung ihrer Schreiblehrerin an der VHS, sendet sie ihre Kurzgeschichte „Für den Wind und die Vögel“ bei einem Wettbewerb ein – und gewinnt. Es ist ihre erste Veröffentlichung, die 2009 in der Anthologie „Mortus in Colonia“ erscheint. Vom ersten Erfolg beflügelt, besucht Elke Pistor einen Kurs bei den Autoren Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer. Von ihnen erfährt sie, dass die nächste Criminale in ihrem Geburtsort Gemünd stattfindet. Sie nutzt ihre Chance, setzt sich daheim an den Schreibtisch und erdenkt ihren ersten Eifelkrimi. Mit knapp 100 fertigen Seiten im Gepäck klopft sie bei verschiedenen Verlagen an. Nur ein Jahr später feiert „Gemünder Blut“ (Emons), auf der Criminale 2010 Premiere.

Über den Ursprung von „Mordsideen“

In den nächsten fünf Jahren schreibt Elke Pistor sieben Bücher. Sie arbeitet sich für ihre Krimis unter anderem in die Geschichte des Kölner Doms, Kräuterkunde und den Beruf des Tierpräparators ein. Doch woher nimmt sie ihre vielen Einfälle? „Bisher konnte ich mich immer auf meinen Inspirationsmoment verlassen“, sie lächelt verschwörerisch. Er wird zum Beispiel durch eine Autofahrt, ein Gespräch oder einen Blick in die Zeitung ausgelöst. Der Einfall zu „Vergessen“, in dem sie das Thema Demenz behandelt, kommt über einen befreundeten Psychiater und Neurologen zu ihr. „Er hat mir von einer ungewöhnlichen Erkrankung erzählt: der Frontallappendemenz, die sich vor allem auf das Gewissen und die Moral auswirkt, den Menschen völlig enthemmt. In diese Richtung habe ich weiter recherchiert.“ Ist die Idee erst einmal da, plant sie ihre Morde akribisch. Die Opfer werden erschlagen, springen aus dem Fenster oder ertrinken und verheddern sich in Schiffsschrauben. „Einfach erschießen ist mir zu unpraktisch. Das würde ich nie machen. Es ist laut und die Kugeln lassen sich in der Ballistik zurückverfolgen“, überlegt die Autorin. Dabei wäre es für sie vermutlich einfach, einen Mord mit Waffe zu beschreiben. Wie sie ein Luftgewehr benutzt, lernte sie einst von ihrem Großvater.

Organische Figuren – „alle meine Freundinnen“

Besonders viel Zeit investiert Elke Pistor in die Entwicklung ihrer Hauptfiguren. Sie stattet sie mit Familienproblemen aus, überlegt sich kleine Macken, gibt ihnen eine Motivation: „Jede Figur braucht ein Ziel, erst dann wird sie organisch.“ Bisher hat sie viele starke Frauen entworfen, darunter Katharina Rübchen und Judith Bleuler. Die Eifelkommissarin Ina Weinz steht ihr am Nächsten. Sie ist für sie sogar zu einer guten Freundin geworden. Wohl, weil sie die Erste war, die sie lebendig werden ließ. Mit ihrer „Neuen“, der Kriminalkommissarin Verena Irlenbusch, die in „Vergessen“ ihren ersten Fall gemeinsam mit dem Kollegen Christoph Todt lösen wird, steht sie noch am Anfang des Kennenlernens: „Sie fasziniert mich. Sie ist smart und cool in ihrem beruflichen Auftreten, trotzdem sensibel und rührend bemüht um ihre Großmutter. Ich bin gespannt, welche Facetten sie mir in Zukunft offenbaren wird.“ Gerade hat sie die Arbeit am zweiten Band der Reihe begonnen. Dabei verrät sie, dass sie trotz aller Verbundenheit zu Ina, Verena und Co., viel lieber Bösewichter entwirft: „Figuren interessieren mich als Menschen. Es gefällt mir zu ergründen, was sie antreibt. Dahinter steckt, dass jeder unter bestimmten Umständen zu einem Mord fähig ist, und ich überlege mir, welche das sind.“

Einfach schreiben

Geht es an die Plan- und Schreibphase, profitiert sie vor allem von ihren Erfahrungen als Workshopleiterin in der Erwachsenenbildung. „Von Natur aus bin ich eher ein unordentlicher Mensch. Wenn ich arbeite, brauche ich eine feste Struktur“, gibt Elke Pistor schmunzelnd zu. Daher auch die Krimipinnwand: „Ich entwerfe meinen Plot und erstelle einen Ablauf der einzelnen Szenen, den ich dann Punkt für Punkt abarbeite.“ Für jeden Roman legt sie ein eigenes Notizbuch an. Außerdem nutzt sie eine Diktatfunktion im Handy für spontane Geistesblitze. Von der ersten Idee bis zum Lektorat für ein ca. 300-Seiten Buch braucht sie in der Regel sieben Monate. Davon reserviert sie sich drei fürs Schreiben. Ihr Soll: sechs Seiten pro Tag. Dafür hat sie montags bis freitags zwei Stunden Zeit, wenn die Kinder in der Schule sind und ihr Mann auf der Arbeit. „Am besten schreibe ich, wenn ich alleine im Haus bin und mich nichts ablenkt, auch keine Musik.“ Nur der Platz im Haus, an dem sie schreibt, ist nicht fix. Mal entstehen ihre Szenen auf dem Laptop, während sie auf dem Ledersofa im Wohnzimmer sitzt. Mal, am Tisch ihrer kleinen Gartenoase unter dem wild rankenden Wein – immer umgeben von mindestens einer ihrer drei Katzen, die mit in der Familie leben. Von Schreibblockaden ist sie bisher verschont geblieben. Ihr Rezept: „Gute Vorarbeit und intensive Recherche, das nimmt den Druck raus. Und es macht mir Spaß, mich in etwas Neues einzudenken.“

Die andere Seite

Mittlerweile hat Elke Pistor viele Fachexperten an der Hand, die ihr gerne über forensische oder psychologische Details Auskunft geben. In den Vereinigungen für Krimiautoren „Mörderische Schwestern“ und „Syndikat“, sucht sie den Austausch mit ihren Kollegen. 2013 saß sie in der Jury des Friedrich-Glauser-Preises. 2012 und 2014 entschied sie mit über die Vergabe des Jacques Berndorf Preises, dem Eifelkrimiförderpreis. Wenn sie nicht schreibt oder plottet, bewirbt sie ihre fertigen Bücher via Facebook, produziert neue Buchtrailer für ihre Internetseite oder verlost Benefizlesungen. Bei allem, was sie tut, ist sie zu 100 Prozent dabei und ständig auf der Suche nach neuen Marketing-Ideen oder anderen kleinen Dingen, die ihre Bücher weiter bekannt machen. Um Rezensenten ihren Kräuterkrimi „Kraut und Rübchen“ schmackhaft zu machen, stellte sie sogar eigene kleine Päckchen zusammen, in denen sie die Bücher samt Kräuterteemischung an Blogger versandte.

„Hach“-Bücher und andere Freizeitvergnügen

Doch was macht sie, wenn sie mal gar nichts zu tun hat? „Wenn ich bügele oder das Katzenklo sauber machen muss, gönne ich mir gerne Hörbücher. Da kann ich auch gleich lernen, wie ich meine Stimme bei Lesungen einsetze. Am Liebsten Bücher, bei denen man am Schluss diesen ‚Hach’-Effekt hat“, schwelgt Elke Pistor. Aber sie geht auch gerne mit ihren Kindern in Disneyfilme. Da passieren zwar keine Morde, trotzdem sind sie schön. Und wie sieht es mit Urlaub aus? „Ich fahre eigentlich nicht gerne weg, da ich beruflich viel unterwegs bin. Wenn doch, bin ich meist im Wohnwagen unterwegs. Es gefällt mir, Unerwartetes abseits vom Hauptstrom zu entdecken. Mein absoluter Ruhe- und Sehnsuchtsort ist Schweden.“ Und wenn der Akku wieder aufgetankt ist, geht es zuhause gleich wieder ans Schreiben. Was für manchen vielleicht stressig klingen mag, ist für Elke Pistor eher Erholung: „Ich wollte immer etwas tun, wofür ich brenne und habe lange danach gesucht. Jetzt, mit 47 bin ich endlich angekommen.“ Während sie spricht, nimmt bereits die nächste Idee hinter ihrer Stirn Gestalt an. Sie blickt zur grauen Pinnwand, nimmt die verbliebenen Post-Its ab. Jetzt ist alles wieder ganz blank, bereit für neue Ideen, Fährten und Figuren – für den nächsten Roman.

Nur fliegen ist schöner…

Ein nicht ganz alltäglicher Sonntagsausflug

 

Eigentlich sollte es ein ganz „normaler“ Ausflug werden 😉 Doch dann kam alles ganz anders 😉

UL Flug Moni

Aber ich will von vorne anfangen. Bekannte von uns besitzen Ultraleichtflugzeuge und ihr Flugplatz ist knapp 90 Kilometer von uns entfernt. Das ist eine Strecke die man schnell mal hinter sich bringt. Wir wollten uns das schon die ganze Zeit mal näher ansehen. Wir haben uns gedacht, dass Andi bestimmt das eine oder andere Fotomotiv vor die Linse bekommt.

Letzten Sonntag hat dann alles gepasst, unsere Freunde wollten zum Fliegen, wir hatten Zeit und das Wetter sollte zumindest vormittags noch sehr schön sein. Also Wecker gestellt und früh aus dem Bett. Los ging die Fahrt durch die schöne Rhön. Wir hörten ein tolles Hörbuch und hatten unterwegs schon einiges rechts und links zu sehen.

Auf dem Flugplatz angekommen bekamen wir gleich eine Führung durch den Hangar und unser Bekannter erklärte uns alles über die Ultraleichtfliegerei. Während wir so sprachen und uns alles ganz genau ansehen durften sind in der Zwischenzeit schon einige mit ihren Fliegern gestartet und gelandet. Ein sehr eindrucksvoller Anblick. Zu diesem Zeitpunkt habe ich keine Sekunde darüber nachgedacht selber mal in so einem Ding zu sitzen. Ich doch nicht!!! Ich habe Höhenangst!!!  Wenn wir auf einem Hochhaus sind, oder auf einem Kirchturm klebe ich an der Wand und wage es nicht einen Blick in die Tiefe zu werfen…sofern ich überhaupt nur so weit nach vorne gehen kann, dass ich was sehen würde…All das geht für mich überhaupt nicht.

Aber da hatte ich die Rechnung ohne meinen Bekannten gemacht 😉 Zuerst durfte ich im Hangar mal Probesitzen. Das war ok, ich war ja immer noch überzeugt es NIE zu tun…Dann haben wir uns noch eine Weile unterhalten und Andi hat hier und da schon mal das eine oder andere Bild geschossen, als es dann plötzlich hieß: „So Moni, nun fliegen wir beide eine Runde“.

In diesem Moment hab ich eigentlich gar nicht mehr gedacht.

UL Flug Moni

Als sich der erste Schreck gelegt hatte war ich mir sicher, dass ich es wagen wollte. Aber mir ging mein „Pops auf Grundeis“ , wie man so schön sagt. Ich hätte mich aber ganz sicher nicht getraut, wenn ich dem Bekannten nicht wirklich vertraut hätte!!! Ich war mir ganz sicher, dass er sofort wieder landen würde, wenn ich es nicht aushalten würde.

UL Flug Moni

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was sollt ich sagen, es war ein ergreifendes Erlebnis. Diese halbe Stunde hat mir gezeigt, dass man oft viel mehr kann, als man sich vielleicht im ersten Moment zutrauen würde 🙂

UL Flug Moni

Ich bin nun allerdings sehr gespannt ob mir mein kleiner Ausflug in die Luft nun auch bei der normalen Höhenangst etwas hilft.

Buecherloewe

Insekten

Insekten entdecken, beobachten, schützen

Gregor Faller

Um es vorweg zu nehmen, dieses 136-seitige Buch, erschienen im Kosmos Verlag, ist kein Insekten-Bestimmungsbuch, vielmehr möchte der Autor dem Leser den Lebensraum und das Verhalten unserer einheimischen Insekten näher bringen.

Das erste Kapitel befasst sich mit mit der Lebensweise und dem Verhalten der Insekten. Dabei geht der Autor kurz auf die Entwicklung und den Lebensraum, die Tarnung und das Jagen und natürlich den Artenschutz einiger Insekten ein.
Im weiteren befasst sich das Buch mit den unterschiedlichsten Lebensräume, der Wiese, dem Wald, dem Wasser und den Bergen. Das letzte Kapitel widmet der Autor der Insekten Fotografie, allerdings sucht der Leser hier hilfreiche Tipps umsonst.
Alles in allem ist das hier vorliegende Buch ein gelungenes Werk für Natur Einsteiger, vermittelt es doch ein gewisses Grundwissen. Abgerundet wird das ganze mit vielen, sehr schönen und detailreichen Fotografien des Autors.

ISBN: 978-3-440-13873-1

KOSMOS Verlag
Insekten Entdecken, beobachten, schützen von Gregor Faller, mit freundlicher Genehmigung von Kosmos

Insekten Entdecken, beobachten, schützen von Gregor Faller      mit freundlicher Genehmigung von Kosmos